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    <title>LogMa(h)l 2nd edition</title>
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    <dc:publisher>40plusX</dc:publisher>
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  <item rdf:about="http://40plusx.twoday.net/stories/3416744/">
    <title>Globalisierung</title>
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    <description>Und so etwa 10.000 Kilometer ostwärts unterscheidet sich das Tesco-Werbeangebot letztendlich nur unwesentlich vom heimatlichen Penny- oder Aldi-Flyer.
&lt;center&gt;
&lt;img width=&quot;380&quot; height=&quot;190&quot; title=&quot;&quot; vspace=&quot;10&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/40plusX/images/KoSamui07-27.jpg&quot; alt=&quot;KoSamui07-27&quot; /&gt;
&lt;/center&gt;</description>
    <dc:creator>40plusX</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://40plusx.twoday.net/topics/Trash&quot;&gt;Trash&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 40plusX</dc:rights>
    <dc:date>2007-03-09T14:22:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://40plusx.twoday.net/stories/3376412/">
    <title>Tomatenstrunk-Entferner</title>
    <link>http://40plusx.twoday.net/stories/3376412/</link>
    <description>Auf der Suche nach einem ganz bestimmten Geburtstagsgeschenk schlendere ich durch die Haushaltswarenabteilungen örtlicher Großkaufhäuser. Ich mache das ganz gerne. Mein Faible für hochwertige Küchenwerkzeuge veranlasst mitunter gewisse Mitbewohner zu nicht immer sachgerechten Lästereien. Sicherlich, von meinen fünf wunderschönen Schneebesen kommen in der Regel nur zwei regelmäßig zum Einsatz, aber der Pizzaschneider wird eindeutig von anderen Haushaltsmitgliedern bevorzugt verwendet. Prinzipiell bin ich jedenfalls der Meinung, dass man auf Streifzügen durch Haushaltswarenregale mitunter ganz interessante Dinge finden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So auch heute. Ich finde zwar nicht diesen Weinflaschenverschluss, den sich ein lieber Freund gewünscht hat. Stattdessen stehe ich plötzlich vor einem jener Konsumgüter, deren Existenz ich mir nicht vorstellen könnte, hätte ich ihn nicht in meinen Händen gehalten. Ein Tomatenstrunk-Entferner! Welch wunderbar sachliche Objektbeschreibung. Geradezu eine semantische Entdeckung. Das muss man einfach einmal laut ausgesprochen haben, so in aller Ruhe, Tomatenstrunk-Entferner. Nachfrage hierfür scheint es jedenfalls zu geben. Vier Exemplare sind im Regal bevorratet und etwas später finde ich dieses wunderbare Werkzeug auch in einem zweiten Geschäft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der praktische Wert überzeugt mich allerdings nicht. Ich glaube mit einem guten und scharfen Gemüsemesser lässt sich der Tomatenstrunk wesentlich sauberer und einfacher entfernen. Einen Tomatenstrunk-Entferner brauche ich definitiv nicht. Auch nicht die Fischgräten-Pinzette, die ich im selben Regal noch finde. Stattdessen bewundere ich noch die professionelle Fissler Servierpfanne mit Deckel. So ein Teil hat sich bei der letzten Trennung von mir verabschiedet. Seitdem überlege ich hin und wieder, ob ich nicht Ersatz schaffen sollte. Aber auch heute bin ich nicht davon überzeugt, dass ein dreistelliger Eurobetrag eine angemessene Investition bei zweimalig jährlich Gebrauch ist. Die Pfanne bleibt also auch im Konsumtempel. Und langsam frage ich mich, warum ich jetzt schon fast eine Stunde durch diese dämlichen Kaufhäuser irre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Weinflaschenverschluss finde ich letztendlich in einem kleinen Laden. Einfach hineingegangen, den netten Verkäufer gefragt. Der holt ihn aus dem Regal. Der Preis überrascht mich auch noch positiv. Gesehen, gekauft und fertig in drei Minuten.</description>
    <dc:creator>40plusX</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://40plusx.twoday.net/topics/Daily+Notes&quot;&gt;Daily Notes&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 40plusX</dc:rights>
    <dc:date>2007-02-28T12:04:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://40plusx.twoday.net/stories/3363252/">
    <title>Fischgraete auf Speckbauch</title>
    <link>http://40plusx.twoday.net/stories/3363252/</link>
    <description>Vor 30 Jahren war ein Tattoo eine Taetovierung und solch eine Zierde bevorzugt bei Seeleuten oder Zeitgenossen, die hin und wieder in Haftanstalten logierten, anzutreffen. Damals reinigte man das Auto noch in der Autowaschstrasse und nicht im Super-Wash. Aber Zeiten, Begriffe und Moden aendern sich ja staendig, was prinzipiell auch gut so ist. Tattoos haben sich mittlerweile geradezu als Dauermode etabliert. Die letzten Jahre hat die Zahl der Tattoos, die hier am Strand in ihrer (fast) vollen Pracht zu bewundern sind, deutlich zu genommen. Dieser Koerperschmuck ist quer durch alle Altersgruppen und bei beiden Geschlechtern gleichverteilt. Als Nicht-Tattoo-Traeger rueckt man zunehmend an die Raender der Gauss-Glocke.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eigentlich eine hoch logische Entwicklung. Ist es doch eine markante Eigenschaft von Mode, zwei geradezu antagonistische Beduerfnisse zu befriedgen, Zugehoerigkeit (zur Mehrheit) und individuelle Abgrenzung. Ich bin in, ich bin dabei, weil ich modisch bin. Ich bin besonders, bin eigen, da ich in der von der Gruppe akzeptierten Bandbreite, eine individuelle Form waehle. So betrachtet bietet das Tattoo als Massenerscheinung eine hochgradige Individualisierungsmoeglichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Andererseits eine sehr seltsame Entwicklung. Wenn man von der Hypothese ausgeht, dass sich schmuecken dem Verschoenern dient, so stellen die meisten Tattoos nicht gerade eine aesthetischen Zugewinn dar (ich weiss, sicherlich eine sehr subjective Sichtweise). Klar, es gibt jene Koerper, an denen ein Ornament auf der Schulter, am Oberarm, am Gesaessansatz oder wo auch immer sehr gut aussehen. Meistens Koerper, die ohnehin schon recht wohl geformt sind, an denen ein Tattoo den vorhandenen Reiz noch etwas betont (solange die Fitness aufrecht erhalten wird). Aber die meisten Tattoos zeichnen sich weder durch besonders orginelle Motive noch durch virtuose Realisierung aus. Da steht meistens die Leinwand aus rein technischen Gruenden im Weg. Gewoelbte, gefaltete oder verbrannte Hautflaechen sind nicht gerade der geeignete Grund fuer filigrane Zeichnungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so scheint mir manches Tattoo zwar auffallend, aber ich frage mich doch, ob sein Besitzer sich dadurch nun wirklich als attraktiver empfindet. Da ist beispielsweise dieser Mitdreissiger. Irgendwo so etwas ueber Einssiebzig, kraeftige Oberarme, natuerlich rundum bebildert. Ansonsten wie bei vielen Maennern hier und da ein paar Pfund zu viel, insbesondere das, was gemeinhin als Bierbaeuchlein bezeichnet. Auch auf dieser Anhoehe findet sich naturlich ein Tattoo, ein skelettierter Fisch. Ich muss mir dieses gelungene Werk immer wieder anschauen und frage mich, welche Frau steht wohl auf &quot;Fischgraete auf Speckbauch&quot;. Aber vielleicht ist der Kerl auch schwul. Diese Insel ist ja bei Homosexuellen recht beliebt. Ich versuche mir also vorzustellen, schwul zu sein, was allerdings schon im Ansatz misslingt und gebe es dann doch auf, den aesthetischen Wert der Fischgraete zu erfassen. Vielleicht sollte ich es einfach lassen, ueber Tattoos nachzudenken. Irgendwie ist das wohl nicht ganz mein Ding.</description>
    <dc:creator>40plusX</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://40plusx.twoday.net/topics/Daily+Notes&quot;&gt;Daily Notes&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 40plusX</dc:rights>
    <dc:date>2007-02-25T11:32:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://40plusx.twoday.net/stories/3347308/">
    <title>Schreiblosigkeit</title>
    <link>http://40plusx.twoday.net/stories/3347308/</link>
    <description>Ein Wort, was mir gefällt, ein der Zustand, der nicht so ganz behagt. Und jetzt der zweite, dritte, vierte Versuch, Schreiblosigkeit zu ueberlisten. An der Zeit liegt es nicht, jedenfalls derzeit nicht. Paart sich doch seit einigen Tagen die Schreiblosigkeit mit der Zeitlosigkeit. Der Tag wird wie im Altenheim durch drei Mahlzeiten strukturiert und sonst nichts. Uhrzeit, Wochentage, selbst Jahreszeiten scheine aufgehoben. Alles ist gehuellt in irgendwo ueber 30 Grad, in sanfte oder staerkere Winde, in Seeluft, in den tuerkisen Schimmer des Meeres und das Weiss des Strandes. Lethargisch verfolgen an den Ecken Strassenkoeder die Syenerie. Selbst kleffen scheint ihnen yu anstrengend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schreiblosigkeit ins nicht Wortlosigkeit. Die Woerter sind gegenwaertig, sind auf der Lauer, tanyen ihren Tanz, mit dem sie Saetye und Absaetye bilden wollen. Sie tanyen durch die benachbarten Gassen, durchs Bahnhofskiosk, durch Flieger und Transferareas, durch tages- und Wochenpresse. Sie schaffe Fragmente, die sich Sammeln, im Stammhirn, auf Zetteln, Memorysticks und einem halben dutyend Festplatten. Der Blogger wird so yum Sammler Unvollendetem, aber das war er wohl schon immer, Sammler und irgendwie Unvollendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und nun? Altes aufgreifen? Neues beginnen? Und einfach einmal nicht denken, schlicht schreiben, nicht lange Worte puzzeln und arrangieren, einfach fliessen lassen. Ja, vielleicht so, vielleicht auch nicht. Schaun wir mal, pflegen die Kaiserlichen in solchen Fällen zu floskeln.</description>
    <dc:creator>40plusX</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://40plusx.twoday.net/topics/Daily+Notes&quot;&gt;Daily Notes&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 40plusX</dc:rights>
    <dc:date>2007-02-18T10:36:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://40plusx.twoday.net/stories/3296364/">
    <title>Wieder nix ...</title>
    <link>http://40plusx.twoday.net/stories/3296364/</link>
    <description>... hier geschrieben. Wo ist sie nur die Zeit?</description>
    <dc:creator>40plusX</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 40plusX</dc:rights>
    <dc:date>2007-02-08T14:16:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://40plusx.twoday.net/stories/3276914/">
    <title>WM Fieber</title>
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    <description>Der ICE hat das Stadtgebiet von Köln erreicht. Auf diesen letzten Kilometern rollt er jetzt ganz ruhig und gleichmäßig. Ich schaue aus dem Fenster, wie ich immer aus dem Fenster schaue, wenn ich durch Städte fahre, um Bekanntes zu entdecken. Jetzt ist der Bogen über der Köln Arena - Ziel des heutigen Ausflugs - und der Dom sehen. Mein Blick ist nur noch auf diese beiden Fixpunkte gerichtet. Der Zug fährt direkt an der Arena vorbei, vor der sich schon Gruppen mit schwarz-rot-goldenen Utensilien sammeln. Ein paar Minuten später stehe vor dem Dom und schaue hinauf in seine Höhen. Er ja ist soooo groß, dieser Dom. Mich fasziniert dieses Bauwerk jedes Mal aufs Neue. Ein echter Hingucker.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kleine Gruppen mit Fahnen, Schals und teilweise fantasievollen Kopfbedeckungen bewegen sich über die Domplatte. Und an einigen Autos sind jetzt wieder Deutschlandflaggen montiert. Nicht diese Massen wie bei der Fußball WM vor ein paar Monaten, aber genügend um noch einmal einen Hauch der Sommermärchen Atmosphäre zu atmen. Der Weg führt über die Rheinbrücke Richtung Deutz. Ich gehe gern über Rheinbrücken. Dieser Fluss ist wie der Dom ein Anblick, an dem ich mich nicht satt sehen kann. Und ich gehe besonders gern über diese Rheinbrücke, die wegen der ständig querenden Züge permanent am vibrieren ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Je näher die Arena kommt desto mehr Fankolonnen sammeln sich auf den Weg. Das innere Kribbeln steigert sich Schritt für Schritt. Trotz des Andrangs gibt es aber kein Gedränge an den großzügigen Eingangsbereichen. Ich will noch die PET Einwegflasche entsorgen, um mich nicht wieder mit einem der Ordner zu streiten, da sehe ich einen Mann, der die Abfallkörbe nach Verwertbaren durchsucht. Etwas beklommen gebe ich ihm die Pfandflasche. Er bedankt sich sehr freundlich. Solche Szenen berühren und bleiben im Gedächtnis und ich frage mich, ob ich ihm nicht noch zwei oder drei Euro hätte geben sollen.

&lt;center&gt;
&lt;img width=&quot;380&quot; height=&quot;190&quot; title=&quot;&quot; class=&quot;center&quot; align=&quot;center&quot; vspace=&quot;10&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/40plusX/images/WM07-01.jpg&quot; alt=&quot;WM07-01&quot; /&gt;
&lt;/center&gt;

Jetzt gilt es erstmal, die Arena von Innen zu entdecken. Ich kenne viele der großen Hallen in Deutschland, die Color Line Arena und die SAP Arena, die Olympiahalle und die Westfallenhalle, aber in der Köln Arena bin ich seltsamer Weise zum ersten Mal. Und hier ist Alles noch etwas größer, die Ränge türmen sich noch höher auf, es gibt mehr Imbissstände und Stände voller Fanartikel und mehr Pissoirs. Ich umrunde einmal den Innenraum und sammele aus allen Winkeln Eindrücke. Ich kaufe zwei WM T-Shirts. Die Deutschlandfähnchen werden umsonst verteilt, offensichtlich Restbestände des Kölner Express von der FIFA-WM, die jetzt gut zu gebrauchen sind. Der Tatort ist also inspiziert und die Ausrüstung stimmt auch, heute bin ich ganz profan Fan. Es kann losgehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Vorspeise bitten Spanien und Kroatien, ein Gericht, das ich bei der Planung dieses Tages als Hauptgang erwartet hätte und jetzt nur die Rolle des schmackhaften Appetitanregers übernimmt. Einmal Ivano Balic bei einem echten Spiel live zu sehen, lässt das Fanherz höher schlagen. Die Befürchtung, die Kroaten lassen es bei so einem einfachen Plazierungsspiel arg lau angehen, werden nicht bestätigt. Gespielt wird sehr fair und sicherlich nicht mit der letzten Härte, aber auch engagiert und Balic liefert einen Galaauftritt ab. Am Ende der Partie ist die Halle zu zwei Dritteln gefüllt und obwohl das Halbfinale erst in einer Stunde angepfiffen wird, scheint jetzt schon die Spannung die ganze Halle vibrieren zu lassen.

&lt;center&gt;
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&lt;/center&gt;

Ich hole noch einmal Getränke und etwas Stärkung in Form einer riesigen Tüte Pommes. Zu Zweit schaffen wir es gerade so, diese Monsterportion zu verzerren und ahnen noch nicht, dass durch Klatschen, Schreien und Trappeln zwei Stunden später dieser Kalorienschock vollständig verbrannt sein wird. Die Franzosen kommen zuerst. Kurz darauf kündigt der Hallensprecher die deutsche Mannschaft an. Fast alle Plätze sind jetzt besetzt, lediglich auf der Haupttribüne sind noch Lücken zu erkennen. Die Jungs laufen ein und ein erster Jubelsturm fegt durch die Halle, die Ränge lösen sich in einem schwarz-rot-goldenen Fahnenmeer auf. Selbst das halbstündige Aufwärmen wird von einer Stimmung begleitet wie sie sonst nur bei absoluten Topspielen anzutreffen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Spiel selbst ist an Klasse und Spannung nicht zu überbieten. Ein Klassiker wird hier inszeniert, der wahrscheinlich auch noch in dreißig Jahren gern aus den Bildarchiven geholt wird. Defensive ist Trumpf, auf beiden Seiten und keiner Mannschaft gelingt es, mehr als zwei Tore Vorsprung ausspielen. Ein ohrenbetäubendes Seufzen aus 19.000 Kehlen, wenn Zeitz oder Hens erneut über das Tor werfen, ein noch lauter Jubel, wenn der Fritze ein Geschoss von Karabatic oder Narcisse abwehren kann. 12:10 führt Frankreich drei Sekunden vor dem Pausenpfiff und Kehrmann verwandelt einen Freiwurf direkt zum 12:11. Total verrückt, ein direktes Freiwurfttor, beim Handball! Also nur ein Tor Rückstand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spätestens ab Beginn der zweiten Halbzeit sitzt auf den Tribünen niemand mehr. 12:12, 12:13, 13:13, 13:14, 14:14, 14:15, 15:15, 15:17, 18:17, 18:18, 19:18, 19:19 und dann 20:19 Führung in der 58. Minuten, dann wieder Ausgleich der Franzosen. 59. Minute, Hens ist so frei, wie im ganzen Spiel noch nicht, haut den Ball aus sechs Metern mit unglaublicher Wucht auf das Tor und Omeyer wehrt mit einem noch unglaublicheren Reflex ab. Im Gegenzug dann die 21:20 Führung für Frankreich. Noch 50 Sekunden Spielzeit zeigt die Uhr. Die Deutschen spielen schnelle Wechsel vor der französischen Abwehr, aber es gibt keine Lücke. 15 Sekunden vor Schluß geht Markus Baur Eins-zu-Eins, eigentlich ist da kein Platz und doch kommt er durch, Ausgleich 21:21. Schnelle Mitte der Franzosen, aber die Jungs sind schnell genug zurück gelaufen, um die Abwehrformation einzunehmen, deswegen nur noch ein Hüftwurf von Karabatic aus den Rückraum. Fritz hält. Verlängerung.

&lt;center&gt;
&lt;img width=&quot;380&quot; height=&quot;190&quot; title=&quot;&quot; class=&quot;center&quot; align=&quot;center&quot; vspace=&quot;10&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/40plusX/images/WM07-04.jpg&quot; alt=&quot;WM07-04&quot; /&gt;
&lt;/center&gt;

Das ununterbrochene Klatschen, Schreien und Trampeln der über 19000 Zuschauer lässt die Halle geradezu erbeben. Die Verlängerung knüpft nahtlos an das bisherige Spiel an. Abwechselnde Führung und 10 Spielminuten später steht es dann 27:27. Noch eine Verlängerung. 29:29 in der Halbzeit der zweiten Verlängerung. Frankreich geht mit 30:29 in Führung, Zeitspiel wird gegen den deutschen Angriff angezeigt. Glandorf gibt einen ansatzlosen Schlagwurf ab und der Ball wird in die lange Ecke katapultiert. Ausgleich. Zwei Aktionen von Kaufmann und Deutschland geht plötzlich mit 32:31 in Führung, ist aber in Unterzahl, noch 30 Sekunden bis zum Siebenmeterwerfen. Die 30 Spielsekunden dauern minutenlang, da im 5-Sekundentakt die Spielzeit angehalten wird. Die Franzosen spielen einen Fehlpass, wechseln den Torhüter gegen einen Feldspieler, sie erobern den Ball zurück, der Ball ist im deutschen Tor, aber das Spiel war vorher unterbrochen, noch 4 Sekunden, ein Wurf aus dem Rückraum von Narcisse, Fritz hält, aus, kein Siebenmeterwerfen. F-ii-n-ah-l-eee singen immer und immer wieder über 19.000 Stimmen.

&lt;center&gt;
&lt;img width=&quot;380&quot; height=&quot;190&quot; title=&quot;&quot; class=&quot;center&quot; align=&quot;center&quot; vspace=&quot;10&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/40plusX/images/WM07-06.jpg&quot; alt=&quot;WM07-06&quot; /&gt;
&lt;/center&gt;
&lt;center&gt;
&lt;img width=&quot;380&quot; height=&quot;190&quot; title=&quot;&quot; class=&quot;center&quot; align=&quot;center&quot; vspace=&quot;10&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/40plusX/images/WM07-05.jpg&quot; alt=&quot;WM07-05&quot; /&gt;
&lt;/center&gt;

Die Halle steht auf den Kopf. Keiner geht, kein Zuschauer, keiner der deutschen Spieler. Noch eine halbe Stunde nach dem Ende sind die Ränge lückenlos gefüllt. Die Spieler jubeln, tanzen, winken und singen unten auf dem Parkett und die Zuschauermasse feiert, jubelt, tanzt und singt. Nachdem sich die Feier dann auflöst, ist vor der Arena ein Hupkonzert zu hören. Jetzt gibt es tatsächlich noch einen Autokorso. In meinen Ohren hallt der Jubel nach. Es ist mittlerweile Dunkel und das Wetter diesig. Beim Gang über die Rheinbrücke kommt der Dom ganz langsam aus den Dunst zum Vorschein. Ein bizarres Bild, das sich mit den Gesängen vermengt. Der Dom singt, so ein Tag  .

&lt;center&gt;
&lt;img width=&quot;380&quot; height=&quot;190&quot; title=&quot;&quot; class=&quot;center&quot; align=&quot;center&quot; vspace=&quot;10&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/40plusX/images/WM07-07.jpg&quot; alt=&quot;WM07-07&quot; /&gt;
&lt;/center&gt;

Und jetzt sitzt die ganze Familie zu Hause und wartet voller Aufregung auf den Sonntag. Dann gibt es nämlich noch einen Ausflug nach Köln.

&lt;center&gt;
&lt;img width=&quot;380&quot; height=&quot;190&quot; title=&quot;&quot; class=&quot;center&quot; align=&quot;center&quot; vspace=&quot;10&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/40plusX/images/WM07-08.jpg&quot; alt=&quot;WM07-08&quot; /&gt;
&lt;/center&gt;</description>
    <dc:creator>40plusX</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://40plusx.twoday.net/topics/Daily+Notes&quot;&gt;Daily Notes&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 40plusX</dc:rights>
    <dc:date>2007-02-01T22:29:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://40plusx.twoday.net/stories/2969704/">
    <title>Der Teufel trägt Prada</title>
    <link>http://40plusx.twoday.net/stories/2969704/</link>
    <description>Ein Frauenfilm? Es gibt viel Mode zu bewundern und eine ordentliche Portion Gefühle wird auch geboten. Es wird schon einen Grund haben, dass der Film für eine Ladiesnight ausgesucht wurde. Ein Männerfilm? Es gibt schöne Frauen zu erblicken und ein Happen Emotion kann auch der Männerseele gut tun. Ein Film für Frauen und Männer? Meryl Streeps Mimenspiel in Großaufnahme auf zig Quadratmetern Leinwand ist einfach Kino vom Feinsten. Und die Straßenszenen aus New York und Paris sind geschlechtsunabhängig geeignet, die Reiselust zu beflügeln. Seichte Unterhaltung? Ein wenig ein modernes Märchen im Ambiente der großen Modewelt, das von unser meister Alltag weit entfernt ist. Langweilig wird es nicht in den knapp zwei Kinostunden, die ihren gewünschten Beitrag an Ablenkung und Entspannung leisten. Politische oder sozialkritische Sichtweisen sind in einem solchen Film natürlich nicht zu finden. Und ein gehobener künstlerischer Anspruch hat den Regisseur offensichtlich auch nicht getrieben. Hinter der fernen, glitzernden Modeschale findet sich aber doch eine Reihe von Themen, die gar nicht so weit weg sind. Die Auseinandersetzung mit Kollegen und Vorgesetzenden verschiedenen Charakters. Die Gefangenschaft im beruflichen Ehrgeiz. Die daraus resultierenden Konflikte in der Privatsphäre.</description>
    <dc:creator>40plusX</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://40plusx.twoday.net/topics/Daily+Notes&quot;&gt;Daily Notes&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 40plusX</dc:rights>
    <dc:date>2006-11-22T11:38:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://40plusx.twoday.net/stories/2964103/">
    <title>Bühne frei für die Täter</title>
    <link>http://40plusx.twoday.net/stories/2964103/</link>
    <description>Wieder ein spektakuläres Verbrechen, was die Schlagzeilen bestimmt. Amoklauf in der Schule. Zweifelsohne kein Thema zum Wegschauen, zweifelsohne ein Thema, das kritisch debattiert werden muss und zweifelsohne deshalb auch berechtigt Gegenstand der aktuellen Schlagzeilen. Ein Thema also dem sich unsere Medien annehmen müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dennoch, die Art und Weise, wie das Geschehene in den meisten Fällen journalistisch präsentiert wird, finde ich zunehmend erschreckend. Heute ist der 18-jährige Amokläufer von Emsdetten im Fokus. Die Tat wird ausführlich geschildert und mit vielen Bilder unterlegt. Und der Täter hat diesmal für die Redaktionen mit seinen Internetaktivitäten hervorragende Vorarbeiten geleistet. Gern wird das jetzt aufgenommen und wir werden mit Bilderserien und Videos beglückt, die diesem Irrläufer eine postmortale Bühne bieten. Vor zwei Wochen durfte ein Sexualgewalttäter sogar einen Tag lang eine uneingeschränkte Medienpräsenz genießen, weil er auf ein Dach geklettert ist, von dem er nachweislich nicht fliehen konnte. Zuvor wurde wochenlang seine perverse Tat genüsslich im Blätterwald vermarktet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich frage mich, muss das in dieser Form sein? Muss wirklich eine so sensationellisierende Darstellung gewählt werden. Ist hier das Bedürfnis nach kritischer Auseinandersetzung mit den Abgründen einer Gesellschaft oder schlicht die Lust am Event und seiner Vermarktung Antrieb der Berichterstattung. Sind wir so abgestumpft, dass wir das Thema nicht aufnehmen würden, wenn es in gedämpfteren Tönen dargelegt wird? Werden womöglich gar dadurch die labilen Charaktere dieser Gesellschaft (besonders Jugendliche und Heranwachsende, aber leider auch zu viele Erwachsende) auf ungewünschte Weise angeregt?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich will nicht im Geringsten in Zweifel ziehen, dass die genannten Ereignisse Gegenstand der Tagesschlagzeilen sind. Im Gegenteil, solche Themen sollten nicht auf Seite 17 verbannt werden. Aber mehr Nüchternheit scheint mir gerade hier angesagt. Es geht ja auch anders. DIE ZEIT kommt bei ihrem &lt;a href=&quot;http://www.zeit.de/news/artikel/2006/11/20/81446.xml&quot; target=&quot;_blanc&quot; &gt;Bericht&lt;/a&gt; zur Emsdetter Tat ohne Bilder aus und auch die Wortwahl ist weniger spannend als bei Spiegel-ONLINE und Anderen. Angemessen! Genauso angemessen wie das letztwöchige Dossier über Opfer von Gewaltverbrechen und ihre Rolle in den Medien. Ein angenehmer Kontrast zu dem lustvollen Vergewaltigungsjournalismus, der in den letzten Wochen geboten wurde.</description>
    <dc:creator>40plusX</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://40plusx.twoday.net/topics/Daily+Notes&quot;&gt;Daily Notes&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 40plusX</dc:rights>
    <dc:date>2006-11-21T09:58:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://40plusx.twoday.net/stories/2957991/">
    <title>Genoppt und sanft gerundet</title>
    <link>http://40plusx.twoday.net/stories/2957991/</link>
    <description>&lt;i&gt;Noppenelemente am Armaturenhebel greifen das Design des Riffels auf und sorgen für sicheres Handling.&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Das entscheidende Plus machen ihre äußere und innere Werte aus: unempfindliche Postforming-Fronten und sanft gerundete Arbeitsplatten.&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das New-Castle-Projekt führte mich in den letzten Tagen in diverse Einrichtungshäuser und Küchenstudios. Eine neue Küche soll und muss gefunden werden. Keine einfache Übung. So habe ich verschiedenste Schubladenkonstruktionen begutachtet und mir die Unterschiede von Dutzenden von Backöfen, Kochfeldern und Kühlkombinationen erläutern lassen. Welch wunderbar überflüssigen Hightech-Schnickschnack es doch gibt. Der Vorteil von zehn verschiedenen Spülprogrammen hat sich mir immer noch nicht vollständig erschlossen. Dennoch bekomme ich mittlerweile ein Ahnung, woran sich die Qualitätsunterschiede fest machen lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt stapeln sich auf meinem Schreibtisch die Hochglanzprospekte der einschlägigen Anbieter. Die reich bebilderten Darstellungen, die das eigene Angebot vom Mitbewerber unterscheiden sollen, sind alle sehr vergleichbar. In großzügigen Räumen sind attraktive Frauen - bevorzugt im Alter zwischen 25 und 30 - zu bewundern, die glücklich lächelnd in ihrem modernen, lackierten oder klassischen Küchentraum postieren. Die Damen sind sportlich chic oder auch elegant gekleidet und haben dabei das Auge dafür, ihr Outfit farblich auf die jeweilige Küche abzustimmen. Die Frisur ist makellos, das Make-up dezent und stilvoll. Hin und wieder sind auch die dynamischen, mitdreißiger Herren des Hauses ins Bild gesetzt. Erfolgreich sehen sie in ihren sportlich eleganten Bundfaltenhosen und Businesshemden, an denen ganz lässig, dem häuslichen Ambiente entsprechend der oberste Knopf geöffnet ist, aus. Auch sie sind bestens frisiert und selbstverständlich frei von Büroblässe. Für jemanden für mich, der bevorzugt in abgewetzten Jeans und T-Shirt bei Rockklassikern zwischen seinen Töpfen hin und her tanzt, scheinen solche Küchen nicht konzipiert zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von einem gewissen Unterhaltungswert sind die Bildbeschriftungen. Es ist schon bemerkenswert, mit welch wortgewaltigen Textkonstruktionen so manche profane Kleinigkeit bedacht wird. Werbetexter zu sein, scheint eine humorvolle Beschäftigung sein. Aber wenn man Tag für Tag solch einen Schwulst ausspucken muss, ist es wahrscheinlich gar nicht mehr so lustig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein besonderes Steckenpferd des Küchendesigners scheint die Spüle zu sein, die natürlich als Spülzentrum oder Cleaning-Area firmiert. Bei Bedarf lässt sich allein hier das Budget für einen Kleinwagen investieren. Insbesondere die Gestaltung von Wasserhähnen ist ein fantasievolles Feld. Dabei gibt es offensichtlich auch Raum für erotische Gedanken. Der ein oder andere Wasserspender erinnert doch sehr deutlich an einen mehr oder weniger erigierten Phallus. Nun ja, die Küche sollte ja nicht nur ein Ort kulinarischer Lust sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt also viel zu entdecken bei so einer Küchensuche, was die Wahl nicht vereinfacht. Ich fürchte, das Thema wird mich noch ein wenig verfolgen.</description>
    <dc:creator>40plusX</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 40plusX</dc:rights>
    <dc:date>2006-11-18T09:22:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://40plusx.twoday.net/stories/2929217/">
    <title>Randbemerkung zur Telekom</title>
    <link>http://40plusx.twoday.net/stories/2929217/</link>
    <description>Den Service steigern bei gleichzeitiger Senkung von Kosten und Abbau von Personal. Wie soll denn das funktionieren? Ohne die Telekom unnötig loben zu wollen, aber von der Leistung der Mitbewerber habe ich auch noch nicht Besseres mitbekommen. Es gibt vielleicht nicht ganz so viel vollkommen abstruse Dumpingangebote in Magenta, wie sie manch anderer Marktteilnehmer offeriert. Aber natürlich ist das oberste Ziel die Steigerung des Aktienkurs, als ob ein Unternehmen, dass vielleicht 10 Millionen weniger Gewinn macht, aber dafür 1000 Leuten mehr Brot und Arbeit bietet, schlecht wäre. Ich habe natürlich keine Ahnung von der großen Wirtschaftspolitik und die Arbeit von Herrn Rieke kann ich mit Sicherheit nicht beurteilen, aber irgendwie habe ich das Gefühl, dass der Mann wahrscheinlich eine recht solide Arbeit gemacht hat, was leider immer weniger in den heutigen Märkten als Erfolg betrachtet wird. Dafür sorgt auch schon die professionelle journalistische Aufarbeitung. Wie schon seit zwei Tagen geradezu lustvoll nach Schlagzeilen geifernd die Indiskretionen zum anstehenden Vorstandswechsel aus dem Hause Telekom über die Ticker gejagt wurden, ist leider nur zu charakteristisch für die gegenwärtige Medienlandschaft. Sachlich und seriöse Berichterstattung ist für meinen Geschmack etwas Anderes.</description>
    <dc:creator>40plusX</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://40plusx.twoday.net/topics/Daily+Notes&quot;&gt;Daily Notes&lt;/a&gt;</dc:subject>
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    <dc:date>2006-11-13T18:09:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://40plusx.twoday.net/stories/2931062/">
    <title>Sonntägliche Gewohnheit</title>
    <link>http://40plusx.twoday.net/stories/2931062/</link>
    <description>&lt;center&gt;
&lt;img width=&quot;380&quot; height=&quot;190&quot; title=&quot;&quot; class=&quot;center&quot; align=&quot;center&quot; vspace=&quot;8&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/40plusX/images/Sunday-Coffee.jpg&quot; alt=&quot;Sunday-Coffee&quot; /&gt;&lt;/center&gt;
Das ist auch im November erträglich.</description>
    <dc:creator>40plusX</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://40plusx.twoday.net/topics/Daily+Notes&quot;&gt;Daily Notes&lt;/a&gt;</dc:subject>
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    <dc:date>2006-11-12T15:51:00Z</dc:date>
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    <title>Winteranfang</title>
    <link>http://40plusx.twoday.net/stories/2933559/</link>
    <description>Laut Kalender hat der Winter noch lange nicht angefangen, sondern stehen wir Mitten im Herbst. Und in Folge des milden Oktobers ist noch relativ viel Laub an den Bäumen. Wenn für kurze Momente kräftige Böen das Einheitsgrau des Himmels aufreißen und die Sonne Präsenz zeigt, sieht das sogar schön aus.

&lt;center&gt;
&lt;img width=&quot;380&quot; height=&quot;190&quot; title=&quot;&quot; class=&quot;center&quot; align=&quot;center&quot; vspace=&quot;11&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/40plusX/images/ET-1106-1.jpg&quot; alt=&quot;ET-1106-1&quot; /&gt;
&lt;/center&gt;

Dennoch, seit dem 1. November hat für mich definitiv der Winter begonnen, wie für mich jedes Jahr im November definitiv der Winter beginnt. Die Temperaturen sind merklich zurückgegangen und irgendein Idiot knipst viel früh abends das Licht aus. Die lichtdurstige Seele wird auf Diät gesetzt und ich spüre schlagartig, dass jetzt die Monate durchzustehen sind, in denen das Gemüt ständig gegen Schwere und Trägheit kämpfen muss. Mindestens bis Anfang März geht diese Zeit, d.h. leider ist der Winter auch die längste Jahreszeit. Als Gegenmaßnahme suche ich erstmal einen Flug, um den Temperaturen hier wenigstens für drei Wochen zu entkommen. Das ist gar nicht so einfach, insbesondere wenn man nicht mit irgendwelchen Arabern in der Wüste zwischenlanden will. Aber mit etwas Terminschieberei findet sich ein akzeptables und bezahlbares Angebot. Und die per Mail kontaktierte Thaifamilie bestätigt ein freies Bungalow im gewünschten Zeitraum. Gute Aussicht!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Pünktlich zu diesem emotionalen Winteranfang fange ich mir eine ziemlich hartnäckige Erkältung ein. Erst ein dicker Schnupfen, dazu gesellt sich ein Husten und schließlich auch noch Halsschmerzen. Vier Tage versuche ich trotzdem Business-As-Usual zu praktizieren  man muss doch nicht wegen jeder Kleinigkeit zum Arzt, nach drei Tagen wird es meistens besser -, dann finde ich mich doch im Sprechzimmer meiner Ärztin ein, die mich kurzum aus den Verkehr zieht. Mittlerweile bin ich dafür recht dankbar, merke ich doch wie Tag für Tag die Kräfte schwinden. Ein paar zusätzliche Tage zu Hause tun ganz gut, auch wenn zwischendurch das Homeoffice-Inventar kräftig genutzt werden muss. Nach drei Tagen mit Antibiotika Behandlung beruhigt sich der Hals, Schlucken fällt wieder leichter und die Geschmacksnerven werden wieder aktiv. Da wage ich es dann auch, endlich wieder die Laufschuhe zu schnüren. Vorsichtig trabe ich eine kleine Runde durch das Bugagelände und stelle fest, dass dies wieder ohne Hustenanfälle geht. Ein gutes Gefühl. Sieh an, selbst zu dieser Jahreszeit gibt es kleine Freuden.</description>
    <dc:creator>40plusX</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://40plusx.twoday.net/topics/Daily+Notes&quot;&gt;Daily Notes&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 40plusX</dc:rights>
    <dc:date>2006-11-11T16:13:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://40plusx.twoday.net/stories/2882804/">
    <title>Meine Rente?</title>
    <link>http://40plusx.twoday.net/stories/2882804/</link>
    <description>Gestern fand ich das jährliche Informationsschreiben über meine womögliche Rente im Briefkasten. In bestem Amtsdeutsch wurde mir mitgeteilt, mit welcher Rentenzahlung ich rechnen könnte, falls es mir gelingt, in den nächsten 20 Jahren ein vergleichbares Einkommen wie in den letzten fünf Jahren zu erzielen. Das Ergebnis ist ernüchternd. Wenn ich eine Inflationsrate von einem Prozent für die nächste Jahre ansetze, dann bleiben mir als Rentner knappe 40 Prozent meines jetztigen Einkommens. Immer vorausgesetzt, so ein alter Knacker über 40 wie ich, ist am Arbeitsmarkt noch erwünscht. Und damit ich dagegen auch wirklich nichts tun kann, gibt es eine erhöhte Mehrwertsteuer, eine Halbierung des Sparerfreibetrages, Beitrags- und Gebührenerhöhungen an allen Ecken und Enden und wahrscheinlich eine Anhebung der Rentenbeiträge (21,9 Prozent nach der heutigen Prognose). Weniger für mehr, lautet die Divise. Offiziell läuft das Ganze unter der Überschrift, mehr Eigenverantwortlichkeit fördern. Klingt doch gut! Ist auch OK, solange der Spielraum zum eigenverantwortlichen Handeln belassen wird. Ich bin begeistert, frage mich aber einmal mehr, wie ich dem so verantwortlichen Handeln unserer verantwortlichen Politiker doch noch entgehen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auswandern? Im Lotto gewinnen? Reiche Frau suchen? Banküberfall?</description>
    <dc:creator>40plusX</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://40plusx.twoday.net/topics/Daily+Notes&quot;&gt;Daily Notes&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 40plusX</dc:rights>
    <dc:date>2006-11-02T11:38:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://40plusx.twoday.net/stories/2935801/">
    <title>Hinter der Ziellinie</title>
    <link>http://40plusx.twoday.net/stories/2935801/</link>
    <description>Kurz vor 15:00 Uhr überquere ich die Ziellinie. Ohne Einbruch bin ich durchgelaufen und könnte mich jetzt freuen, angekommen zu sein. Allerdings lässt die sich schlagartig ausbreitende Erschöpfung keinen Raum für Freude. Bei den ersten Schritten im Gehen pulsiert der gesamte Körper. Ich versuche mich in der Menge hinter der Ziellinie zu orientieren. Woher bekomme ich etwas zu trinken? Wo gibt es diese Plastikfolien, die vor dem Auskühlen schützen. Hunderte von Läufern und ihre Begleiter bewegen sich hier Kreuz und Quer. Ich sehe einen großen Pappkarton mit den Plastikleibchen, wühle mich dorthin durch. Das dauert lange und ich habe Durst. Die Versorgungsstände sind außerhalb der Halle aufgebaut. Es dauert noch länger sich mit der Masse dorthin zu schieben und ich habe doch so Durst. Endlich sind die Pappbecher in Greifweite. Ich nehme mir Zwei, entdecke am nächsten Stand Apfelsaftschorle und hole mir dort eine ganze Flasche. Es soll auch Nudelsuppe gebe, Nudelsuppe wäre jetzt gut, aber ich sehe nicht, wo Nudelsuppe ausgeteilt wird. Ich bin zu erschöpft, um jetzt nach Nudelsuppe zu suchen und nehme mir stattdessen noch eine Banane. Soviel Bananen wie heute habe ich noch nie gegessen. Für fünf Minute setze ich mich auf einen Treppenabsatz und esse die Banane. Trotz des Plastikfetzens auf den Schultern habe ich das Gefühl, dass es mir kühl wird. Ich muss meine Sachen holen, um mich in Dickes und Trockenes hüllen zu können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich begebe mich zurück in Halle 1, wo die Ausgabe der aufgegebenen Sachen ist. Vor der Theke meines Startnummernbereichs hat sich ein riesiger Pulk gebildet. Warum ist gerade in diesem Segment der Andrang so groß? Es dauert fast eine Viertelstunde bis ich an der ersten Reihe bin. Weitere fünf Minuten muss ich warten, bis die Frau an der Ausgabe meinen Beutel gefunden hat. Mittlerweile ist mir richtig kalt. Hinter der Ausgabe sind acht oder neun Leute aktiv. Die meisten sind wahrscheinlich Schüler. Sie wirken gehetzt und sehr unkoordiniert. Die einzige Ausnahme ist eine Asiatin. Während die Deutschen nicht mehr als zwei Nummern aufnehmen und dann teilweise orientierungslos zwischen den Haufen mit den nummerierten Plastiksäcken kreuz und quer laufen, merkt sie sich vier und fünf Nummern und holt erstaunlich schnell und gezielt die gewünschten Plastiksäcke. Es ist ein geradezu skuriller Kontrast, sie flink und mit mehreren Säcken beladen neben ihren doch eher behäbig agierenden, einen Kopf größeren, deutschen Kollegen zu beobachten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist nicht das erste Mal, dass mir ein solch eklatanter Unterschied zwischen deutscher und ausländischer, insbesondere asiatischer Arbeitsleistung auffällt. Ein paar Tage zuvor war ich in einem großen Starbucks der Innenstadt. Sieben jugendliche Bedienungen waren an der Ausgabe tätig, um die lange Schlange, die sich bis auf die Straße staute, zu versorgen. Drei von ihnen waren irgendwie mit dem Glastresen beschäftigt, in dem das Gebäck ausliegt, obwohl höchstens jeder zweite Kunde davon orderte. Zwei Weitere nahmen zweifellos freundlich die Bestellungen an und verfolgten beim Kassieren und der Weitergabe der Bestellungen eine wirklich sehr gemütliche Gangart. Lediglich der eigentliche Flaschenhals, nämlich die Kaffeeautomaten, war in ausländischer Hand. Zwei Thailänderinnen füllten in atemberaubenden die Tassen mit Espresso, Cappucino oder Cafe Late. Ein Energiebündel ist auch die Bedienung (wahrscheinlich osteuropäischer Herkunft) im kleinen Bornheimer Cafe Wacker. An den letzten sonnigen Sonntagen hat sie nicht nur allein die zwölf, vollbesetzten Außentischen problemlos versorgt, sondern auch noch ihren beiden netten, aber sichtlich überforderten deutschen Kolleginnen, die den wirklich sehr kleinen Innenraum bedienen, immer wieder Arbeit abgenommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mittlerweile ist mir richtig kalt und meine Oberschenkel spüre ich auch von Minute zu Minute deutlicher. Nachdem ich endlich meine Sachen wieder habe, begebe ich mich in die Tiefgarage, die als Umkleidekabine hergerichtet ist. Ein filmreifer Anblick ergibt sich zwischen den Betonsäulen. Etwa 500 nackte Männer springen hier herum. Sie stehen aufgereiht vor den provisorischen Duschen, trocknen sich ab oder behandeln ihre Beine mit Creme oder Öl. Alle sehen etwas erschöpft aus. Auch ein paar Frauen ebenso unbekleidete haben sich dazwischen gemengt. Wahrscheinlich war es ihnen im Frauenbereich zu eng. Eigentlich eine Szenerie, die für einige gute Fotos geeignet ist, aber daran ist jetzt natürlich nicht zu denken. Ich möchte erstmal dieses Frösteln loswerden. Die Duschen sind zwar nicht total kalt, aber auch nicht zum Aufwärmen geeignet. Endlich in warmen Klamotten gehüllt, nehme ich per Handy Kontakt zu meinen Anhang auf. Eigentlich wollte ich mit denen jetzt noch Kaffee trinken gehen, aber meine Erschöpfung spricht dagegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als ich etwa eine dreiviertel Stunde später zu Hause bin, suche ich mir die dickste Decke und verkrieche mich unter ihr. Die Heizung ist seit zwei Wochen ausgefallen und die Handwerker haben bei ihren Besuchen immer nur festgestellt, dass ihnen Ersatzteile fehlen. Es dauert fast eine Stunde bis ich wieder so etwas wie Wärme empfinde. Und dann lässt auch diese allumfassende Erschöpfung ein wenig nach. Letztendlich spüre ich die Auswirkungen dieses Laufes noch an den folgenden zwei Tagen sehr deutlich. Die Beine machen sich bei jedem Schritt bemerkbar und ich fühle mich so ausgelaugt, als hätte ich eine fiebrige Grippe hinter mir. Auch der Geist rennt immer wieder über die Strecke und ist vollkommen auf die gesammelten Impressionen fixiert. Nach drei Tagen verflüchtigen sich die physischen und mentalen Nachwirkungen. Jetzt ist die Ziellinie endgültig erreicht und das diesjährige Marathonprojekt abgeschlossen.</description>
    <dc:creator>40plusX</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://40plusx.twoday.net/topics/Daily+Notes&quot;&gt;Daily Notes&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 40plusX</dc:rights>
    <dc:date>2006-10-31T16:40:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://40plusx.twoday.net/stories/2873620/">
    <title>42 Kilometer</title>
    <link>http://40plusx.twoday.net/stories/2873620/</link>
    <description>So ein Marathon ist ganz schön anstrengend. Insbesondere sind die Nachwirkungen eine recht spürbare Angelegenheit. Der Zieleinlauf liegt schon fast 24 Stunden zurück und ich fühle mich immer noch ziemlich platt. Die Oberschenkel machen sich bei jedem Schritt bemerkbar. Diese nachwirkende Erschöpfung hatte ich so nicht erwartet. Dennoch, die satte Zufriedenheit hält nach wie vor an. Das geschafft zu haben, auf das ich seit Wochen geradezu hingearbeitet habe, ist ein wohltuendes Gefühl.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon die ganzen letzten Tage schwirrten mir die Laufmantras durch den Kopf und heizten den Adrenalinspiegel an. Natürlich das Ankommen-Mantra. Nachdem es mir tatsächlich gelungen ist, über Wochen hinweg halbwegs den Trainingsplan einzuhalten, wäre ein frühzeitiger Ausstieg schon arg frustrierend. Und dann die Zeitenmantras. Marschtabellen, welches Tempo ich ohne zu großes Risiko gehen könnte. Ein Kampf zwischen den Vernunftsstrategien und den in mir schlummernden Ehrgeiz. Die Vernunft sagte, laufe ganz gemütlich ohne Stress und es ist total egal, ob am Schluß 4:15, 4:30 oder mehr auf der Uhr abzulesen ist. Letztendlich bin ich ja noch nie einen Marathon gelaufen, also sollte Ankommen wirklich genug sein. Der Ehrgeiz hingegen beschäftigte sich ständig damit, ob vielleicht eine Drei vor dem Doppelpunkt möglich ist, um dann gleich wieder von dem Vernunftsmantra zur Vorsicht ermahnt zu werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der seit Wochen mit Spannung erwartete Tag beginnt vollkommen anderes als erwartet. Ein dickes Frustgefühl macht sich morgens in mir breit. Der Himmel ist düster und grau. Die Aussicht auf einen Regenlauf finde ich einfach nur ernüchternd. Außerdem habe ich das Körpergefühl und die entsprechende Gemütslage, die ich von einer aufkommenden Erkältung kenne. Die verregnete Wanderung vom Vortag hat wohl Spuren hinterlassen. So mies wie an diesem Morgen habe ich mich seit Wochen nicht gefühlt und das ausgerechnet am Tag des Messemarathons. Bei irgendeinem 10 oder 20 Kilometer Volkslauf, für den es einen nahe liegenden Ausweichtermin gegeben hätte, hätte ich wahrscheinlich einen Rückzieher ernsthaft in Betracht gezogen. So jammere ich einfach, ob der bescheidenen Wetterbedingungen etwas herum. Ausgerechnet heute, am Tag meines ersten Marathons.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kurz vor 10:00 Uhr breche ich zum Start Richtung Messe aus. Ich freue mich, dass das Reh mitkommt. Am Himmel vollzieht sich jetzt eine meteorologische Wende. Blaue Lücken sind zu entdecken und immer mehr kommt die Sonne heraus. Überall tauchen Gruppen auf, die, wie leicht an den roten Rucksäcken zu erkennen ist, den Start als Ziel haben. Die ganze Stadt scheint heute marathonisch zu sprechen.

&lt;center&gt;
&lt;img width=&quot;380&quot; height=&quot;190&quot; title=&quot;&quot; class=&quot;center&quot; align=&quot;center&quot; vspace=&quot;10&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/40plusX/images/42km-1.jpg&quot; alt=&quot;42km-1&quot; /&gt;
&lt;/center&gt;

Die Läufer und ihre Begleiter sammeln sich um die Festhalle herum und in der Halle 1. Das Areal wirkt wie ein riesiger Ameisenhaufen. Überall wird sich umgezogen, mit irgendwelchen Salben und Ölen eingerieben, gedehnt und gestreckt und selbstverständlich kräftig fachgesimpelt. Da es sich mittlerweile deutlich erwärmt hat, wechsele ich auch noch einmal den Kampfanzug. Vor den Toiletten haben sich lange Schlangen gebildet. Hier und da spielt Musik, gut gelaunte Aufregung hängt überall in der Luft und vereint sich zu einer tollen Stimmung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um 10:45 begebe ich mich in den Rosbacher Startblock. Das ist ziemlich weit hinten. Die Startlinie ist von hier nicht einmal zu sehen. Es ist schon so voll, dass ich mich nur mit Mühe noch hineindrängen kann. Über 11.000 Teilnehmer für den Marathon haben sich jetzt hier aufgereiht. Dazu gesellen sich noch ein paar tausend Staffelläufer. Frau Reh hat sich kurz vorher verabschiedet. Sie will nicht versehentlich in den Startblock gelangen, um dann womöglich 42 Kilometer laufen zu müssen. Über die Lautsprecher ertönen die Vorstellung der Spitzenläufer und die Animationen der HR-Reporter. Der Countdown zum Startschuss wird von der Menge mit einem rhythmischen Klatschen begleitet. Punkt 11:00 geht es los, d.h. geht es für die Cracks los. Wir hier hinten bleiben stehen. Es bewegt sich erstmal nichts. Es dauert bei dieser Menge erstmal fünf Minuten, bis kleine Schritte nach vorne möglich sind. Weitere fünf Minuten benötige ich bis zur Startlinie, über der das Zirpen der Messmatten, die die Chips registrieren, hängt. Ich drücke auf die Stoppuhr und bin unterwegs.

&lt;center&gt;
&lt;img width=&quot;380&quot; height=&quot;190&quot; title=&quot;&quot; class=&quot;center&quot; align=&quot;center&quot; vspace=&quot;10&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/40plusX/images/42km-3.jpg&quot; alt=&quot;42km-3&quot; /&gt;
&lt;/center&gt;

Bei der ersten Kilometermarke zeigt meine Uhr 5:36 Minuten. Das ist ein moderates Tempo, bei dem nicht die Gefahr besteht am Anfang von der Meute zu sehr mitgerissen zu werden. Kurz vor Kilometer 2 sehe ich erst- und einmalig die Topläufer, die uns auf der anderen Straßenseite entgegenkommen. Die befinden sich jetzt kurz nach Kilometer 6. Ich habe für mich eine erste Dreiergruppe ausgemacht, an der ich mich zunächst orientiere. Nach fünf Kilometer gibt es den ersten Versorgungsstand. Ich hole mir einen Becher Wasser, um frühzeitig Flüssigkeit aufzunehmen. Die Stoppuhr zeigt jetzt knapp 27 Minuten an. Ich bin also ein wenig schneller geworden, ohne dass ich das bemerkt habe. Bei 10 Kilometer liege ich bei 53 Minuten. Das sind vier Minuten unter der 4-Stunden Marschroute. Für einen 10 oder 20 Kilometerlauf ist das für meinen Trainingsstand ein gemütliches Tempo, aber bei einem Marathon gibt es eben noch weitere 22 Kilometer. Ich beschließe daher jetzt leicht abzubremsen, um bis Kilometer 20 einen 5:30-Schnitt zu laufen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl man ständig nur läuft ist so ein Marathon überhaupt nicht langweilig. Längs der Strecke herrscht eine Bombenstimmung. Die Sambatrommeln wirken richtig beschwingend. Zwei- oder dreimal verfalle ich in kleine Tanzschritte, als ich an ihnen vorbeikomme. Die Menschen am Straßenrand winken und feuern uns Läufern mit unseren Vornamen, die auf den Startnummern aufgedruckt sind, an. Kinder und Jugendliche halten ihre Hände zum Abklatschen entgegen. Ich mache das Spiel hin und wieder mit. Das macht Spaß. Ich komme durch Gegende der Stadt in denen ich noch nie war. In Schwanheim stehen lauter kleine Einfamilienhäuser und in den Vorgärten werden teilweise ganz Marathonparties veranstaltet. An manchen Ecken haben die Anwohner zusätzlich Camping- oder Tapeziertische aufgestellt und verteilen Wasser. Irgendwo in höchst steht ein Altfreak mit urtümlichem Verstärker und E-Gitarre und gibt mit schepper Stimme Rockklassiker zum Besten. Der steht jedes Jahr hier, erzählt mir ein Mitläufer.

&lt;center&gt;
&lt;img width=&quot;380&quot; height=&quot;190&quot; title=&quot;&quot; class=&quot;center&quot; align=&quot;center&quot; vspace=&quot;10&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/40plusX/images/42km-5.jpg&quot; alt=&quot;42km-5&quot; /&gt;
&lt;/center&gt;

Bei jeder Kilometermarke kontrolliere ich die Zeit. Es gelingt mir sehr konstant zu laufen und die Schwankungen auf 15 Sekunden einzugrenzen. Alle fünf Kilometer hole ich mir einen Becher Wasser. Das ist kein so einfaches Manöver, da es an den Versorgungsstellen eng ist und viele Läufer einfach stehen bleiben. Ich will aber auf jeden Fall nicht aus dem Rhythmus kommen und wieder anlaufen müssen. Ab Kilometer 15 esse ich kurz vor den Getränkeposten ein kleines Stück von diesen Powerriegeln, die ich dabei habe. Das Zeug ist irgendwie gummiartig und macht einen trockenen Mund. Aber ich will sicher gehen, nicht in einen Hungerast hineinzulaufen. Die angebotenen Bananenstückchen nehme ich dann regelmäßig als Nachtisch mit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die 5:30-Strategie geht gut auf. Die Halbmarathon-Marke passiere ich deutlich unter 1:55 und damit ist das Ziel, unter 4 Stunden zu bleiben, erheblich näher gerückt. Ich nehme mir vor, Kilometer 30 mit 2:45 zu passieren und schaffe es dann tatsächlich in 2:43. Jetzt beginnt für mich langsam das unbekannte Terrain. Mehr als 32 Kilometer bin ich in der Vorbereitung nicht gelaufen. Zwar spüre ich meine Oberschenkel schon einige Zeit, aber Kreislauf und Puls scheinen vollkommen in Ordnung zu sein. Hungergefühle kündigen sich auch nicht an. Die Zeit bewegt sich an meinem oberen Erwartungshorizont. Das Ehrgeiz-Gen meldet sich. Soll ich eine Tempoverschärfung wagen, immerhin gibt es jetzt Hoffnung auf Rückenwind? Oder doch lieber abbremsen, um das Risiko vor dem berüchtigten Einbruch auf den letzten Kilometern zu senken. Ich behalte einfach meinen Schritt bei und durch den leichten Rückenwind laufe ich den Abschnitt bis Kilometer 35 tatsächlich eine Minute schneller als die 5er-Packs zuvor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch 7 Kilometer. Wieder in den Körper horchen. Wieder die Zeiten hochrechnen. Was geht noch? Etwa 36 Minuten blieben mir, um die 3:45-Marke zu knacken. Nochmaler Weise nur ein anregendes Läufchen, aber mit 35 Kilometern in den Knochen eine reine Illusion. Jetzt schon das Tempo zu verschärfen kann nur scheitern. Vielleicht geht ja noch etwas auf den letzten zwei oder drei Kilometern. Also bleibe ich bei meinem Rhythmus und komme damit gut in die Innenstadt. An einigen Passagen ist die Strecke hier sehr eng. Die Zuschauer stehen ganz dicht am Rand. Ich bleibe zweimal hinter etwas langsamer laufenden Grüppchen hängen und komme nicht vorbei. Danach wieder in den eigenen Schritt zu kommen, kostet merklich Energie. Ich nehme mir vor, erst auf der Mainzer Landstraße, wo mehr Platz ist, eine Tempoverschärfung zu versuchen. Dort weht ein brutaler Gegenwind. Ich versuche zu zulegen, habe aber das Gefühl, dass mich eine unsichtbare Hand dauernd zurückschieben will. Mit Müh und Not laufe ich Kilometer 41 in 5:29, spüre aber wie langsam die Kräfte schwinden.

&lt;center&gt;&lt;img width=&quot;380&quot; height=&quot;190&quot; title=&quot;&quot; class=&quot;center&quot; align=&quot;center&quot; vspace=&quot;10&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/40plusX/images/42km-6.jpg&quot; alt=&quot;42km-6&quot; /&gt;
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Ich biege auf die letzte Gerade ein. Auch hier peitschen heftige Böhen über die Strecke. Am Ende sind das Startportal und der Messeturm zu sehen. Noch 800 oder 900 Meter. Ich wünschte das Startportal wäre schon das Ziel, aber das Ziel ist erst 300 Meter dahinter in der Festhalle. Dieser letzte Kilometer ist der Längste. Der Messeturm ist erreicht. Hinein in die Festhalle. Von der Stimmung dort bekomme ich nicht viel mit. Ich husche über die letzten Meter. Links und Rechts der Ziellinie stehen Cherleader, darüber weist die Uhr die Bruttozeit aus. Vorne steht immer noch eine Drei. Klasse! Ein letzter Griff zur Stoppuhr, um die Zeit zu nehmen. Ich wechsele vom Laufschritt zum Gehen. Schlagartig werde ich von der Erschöpfung total erfaßt. Irgendjemand hängt mir eine dieser Finishermedaillen um den Hals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geschafft!</description>
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    <dc:date>2006-10-31T10:10:00Z</dc:date>
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